Anmerkung der Redaktion: Hierbei handelt es sich lediglich um einen Auszug. Den vollständigen Beitrag finden Sie in der SIP-Ausgabe 1_2026 auf Seite 42 bis 49.
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Die Textilindustrie gehört zu den ressourcenintensivsten und umweltschädlichsten Branchen weltweit. Die Herstellung synthetischer Fasern wie Polyester ist sehr energieintensiv, und Mischgewebe ist mechanisch und chemisch nur schwer wieder trennbar. Gleichzeitig gibt es in diesem Bereich die größten Entwicklungen, unter anderem vorangetrieben durch den Nachhaltigkeitsdruck. Wir haben mit Herstellern und Händlern aus der Branche gesprochen, welche Trends momentan vorherrschen, vor welchen Herausforderungen sie stehen und wie sie diesen entsprechend begegnen.
Recycelter Polyester wächst
„Seit einigen Jahren beobachten wir im B2B-Sektor einen deutlichen Rückgang beim Einsatz von konventionellem Polyester. Viele Kundinnen und Kunden suchen gezielt nach Textilien aus natürlichen Fasern. Marken, die traditionell stark auf Polyester gesetzt haben, beispielsweise im Bereich Caps, stellen zunehmend auf recycelten Polyester um“, teilt Kristin Rademacher, Geschäftsführerin von L-Shop-Team, ihre Beobachtung. Ein Beispiel hierfür ist Atlantis Headwear. Doch auch im Bereich Mischgewebe lässt sich ein positiver Wandel beobachten: „Das liegt vor allem an der wachsenden Nachfrage, die durch die Vielseitigkeit und die hohe Haltbarkeit dieser Fasern angetrieben wird“, erklärt Jürgen Pruy, Bereichsleiter Vertrieb & Partnerschaften, Hakro. Mischgewebe biete eine gute Kombination aus den Vorteilen von Polyester (Haltbarkeit und Elastizität) und Naturfasern wie Baumwolle (beispielsweise Atmungsaktivität und Tragekomfort). Im Sweat-Bereich, in dem Produkte typischerweise aus Mischgeweben gefertigt werden, geht der Trend laut Kristin Rademacher zudem in Richtung Materialien mit einer baumwollreichen Oberfläche. „Dadurch verbessert sich die Bedruckbarkeit, und der direkte Hautkontakt mit Polyester wird reduziert, was für viele Anwenderinnen und Anwender immer wichtiger wird.“ Auffällig sei zudem, dass Kunden bereit sind, für Bio-Baumwolle einen höheren Preis zu zahlen – bei recyceltem Polyester ist das eher weniger der Fall. Die Ausrichtung auf Baumwolle findet jedoch vor allem auf dem deutschen Markt statt. In Großbritannien und Amerika würden Polyester-Artikel bevorzugt.
Sina Eilers

