Anmerkung der Redaktion: Hierbei handelt es sich lediglich um einen Auszug. Den vollständigen Beitrag finden Sie in der SIP-Ausgabe 4_2026 auf Seite 18 bis 25.
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Das Thema Nachhaltigkeit ist im Bereich Inkjetdruck nicht nur angekommen, sondern inzwischen bei nahezu allen Firmen in der Unternehmens-DNA fest verankert. Die Auswirkungen gehen weit über den Digitaldruck hinaus und sind trotzdem Teil einer Gleichung, die es einzuordnen gilt: Traditionelle Lieferketten produzieren Müllberge, lange bevor ein Kleidungsstück den Verbraucher erreicht. Die digitale On-Demand-Produktion ist, mit Blick auf Überproduktion und unverkaufte Bestände, der Game Changer, der es ermöglicht, nur das zu produzieren, was tatsächlich benötigt wird. Wir waren überrascht, wie viele umfangreiche Rückmeldungen zu diesem Thema gekommen sind und mussten entscheiden: thematisch kürzen oder aufteilen? Wir haben uns für Letzteres entschieden und starten in dieser Ausgabe mit Teil 1 (Teil 2 folgt in der SIP 5.26).
Material versus Makulatur
Zwischen klassischem Offset- und anderen Digitaldruckverfahren hat sich der Inkjetdruck als zukunftsfähige Technologie etabliert. Besonders bei kleinen bis mittleren Auflagen überzeugt er nach Einschätzung von Roland Farian, Regional Business Manager Large Format Printing DACH bei HP, durch hohe Flexibilität, kurze Rüstzeiten und bedarfsgerechte Produktion: „Dadurch werden Makulatur, Energieverbrauch und Materialeinsatz ebenso reduziert wie die benötigte Zeit für den Druck.“ Moderne Inkjetsysteme verwenden wasserbasierte Tinten, die als umweltfreundlich anzusehen seien. Achim Herzog, Geschäftsführer bei swissqprint Deutschland, ergänzt: „Besonders die Möglichkeit des Direktdrucks sowie die stabile Farbreproduktion sparen wertvolle Ressourcen.“ Außerdem gibt es keine Druckformen aus Aluminium, Kunststoffen oder Metall und die Flachbettmaschinen bedrucken die Materialien direkt. Somit entstehen entsprechende Einsparungen entlang der gesamten Produktionskette.
Nachfrageorientierte Fertigung
Für Koen Steert, Product & Application Manager Digital Printing Solutions bei Agfa, ist Inkjet wegen seines vollständig digitalen und hochpräzisen Auftragsverfahrens zu einem der wichtigsten Faktoren für Nachhaltigkeit im Druckbereich geworden. Diese Technologie verbindet für ihn Flexibilität mit Ressourceneffizienz: „Im Gegensatz zu analogen Verfahren ermöglicht der Digitaldruck eine „Right-First-Time“-Produktion, die den Ausschuss durch wiederholte Anläufe sowie den Gesamtverbrauch an Material und Tinte reduziert.“ Stephan Heintjens, General Manager Product, Service & QA bei Mutoh, sieht beim Inkjetdruck eine weitere interessante Entwicklung: „Systeme wie der Hydraton HA-1642, betrieben mit wasserbasierten LED-UV-Tinten, bringen eine Arbeitsplatzdimension mit sich, da sie eine geruchsarme Produktion und eine nachvollziehbare Innenraumluftqualität für Anwendungen in sensiblen Umgebungen unterstützen.“ Für Simon Lewis, VP-Marketing und Segmentleiter, Kornit Digital, trägt der digitale Tintenstrahldruck dazu bei, eine der größten strukturellen Veränderungen der Textilindustrie seit Jahrzehnten voranzutreiben: „Die Branche bewegt sich von der prognosebasierten Massenproduktion hin zur nachfrageorientierten Fertigung, und digitale Produktion ist die Technologie, die diesen Übergang ermöglicht.“
Bettina Sewald

