Brother hat ein Angebot zur Übernahme aller Vermögenswerte von Mutoh Holdings angekündigt. Dies umfasst das Geschäft mit Großformatdruckern von Mutoh Industries, deren Auslandstöchter sowie zugehörige Gebäude und weitere Vermögenswerte, einschließlich des geistigen Eigentums.
Details des Übernahmeangebots
Brother bietet 7.626 Yen pro Aktie, was einer Gesamtsumme von rund 35 Milliarden Yen (umgerechnet ca. 189.149.415 Euro) entspricht. Dieser Beitrag setzt voraus, dass Brother alle 4.589.644 Aktien erwirbt. Das Unternehmen hat jedoch eine Mindestquote von 3.042.700 Aktien (66,29 Prozent) festgelegt und wird den Kauf bei Erreichen dieses Minimums abschließen. Brother hat laut dem Printing and Manufacturing Journal die Unterstützung der Hauptaktionäre, weshalb der Vorstand von Mutoh Holdings den Aktionären die Annahme des Angebots empfehlen wird. Der gebotene Preis liegt über dem Aktienkurs vom 4. Februar, der bei etwa 2.980 Yen notierte. Brother begründet die Bewertung mit dem Geschäftswert sowie dem Wert des mitverkauften Immobilienportfolios, das unter anderem Bürogebäude und Gewerbeflächen umfasst. Brother plant, die Übernahme aus Eigenmitteln zu finanzieren und Mutoh als hundertprozentige Tochtergesellschaft zu integrieren. Ziel ist die Rationalisierung von Vertrieb und Fertigung sowie die Realisierung von Kostenvorteilen durch gemeinsamen Einkauf und die Standardisierung von Bauteilen. Die Akquisition ist Teil einer langfristigen Strategie zur Expansion in den industriellen Druckmarkt. Bis zum Jahr 2027 strebt Brother einen Konzernumsatz von einer Billion Yen an, wobei der Anteil industrieller Produkte bis 2030 auf 50 Prozent steigen soll.
Marktkontext und Herausforderungen
Der Schritt folgt auf einen gescheiterten Versuch im Jahr 2024, Roland DG zu übernehmen. Nach dem Widerstand von Roland DG und einem abgebrochenen Übernahmeangebot stellt Mutoh nun die nächste Option zur Markterweiterung dar. Dennoch gibt es Herausforderungen bei der Integration: Der industrielle Druckmarkt ist durch hohe Anforderungen und einen Trend zu Systemen mit höheren Produktionsvolumina geprägt. Mutoh selbst verzeichnete zuletzt rückläufige Zahlen: Im dritten Quartal 2025 sank der Nettoumsatz um 3,3 Prozent, während der Betriebsgewinn um 32,6 Prozent auf 725 Millionen Yen zurückging. Zudem sieht sich das Unternehmen mit einem schrumpfenden Gesamtmarkt und zunehmendem Wettbewerb durch chinesische Hersteller konfrontiert. Laut dem Printing and Manufacturing Journal operiert Mutoh in technischer Hinsicht im unteren Volumensegment, hat jedoch zuletzt innovative Ansätze wie die Hydration-Serie mit wasserbasierten UV-Tinten verfolgt. Da die entsprechenden Patente hierfür teilweise bei Partnern wie Fujifilm liegen, bleibt abzuwarten, wie Brother die Technologie für seine Zwecke nutzen wird. Es besteht die Möglichkeit, langfristig eigene Druckköpfe in die Mutoh-Systeme zu integrieren. Zur Unterstützung dieses Wachstums plant Brother über einen Zeitraum von drei Jahren Investitionen in Höhe von rund 200 Milliarden Yen für Akquisitionen, Allianzen und den Ausbau der Inkjet-Entwicklung.
Quelle: Printing and Manufacturing Journal / Brother Industries, Ltd.

