Anmerkung der Redaktion: Hierbei handelt es sich lediglich um einen Auszug. Den vollständigen Beitrag finden Sie in der SIP-Ausgabe 4_2026 auf Seite 8 bis 11.
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Vor allem der technische Siebdruck verzeichnete in den vergangenen Jahren ein starkes Wachstum, da die Präzision des Verfahrens für viele Anwendungen in diesem Bereich von Vorteil ist und sich mit anderen Drucktechniken kaum erreichen lässt. In zahlreichen anderen Branchen hingegen wird das Verfahren zunehmend durch den Digitaldruck verdrängt. „Der Siebdruck hat eine breite Palette an Möglichkeiten in Bezug auf Farben, Schichtaufbau und Materialkombinationen eröffnet, die heute jedoch durch das UV-Inkjetverfahren in allen Aspekten egalisiert werden. Was bleibt, ist die Ästhetik des Farbauftrags“, sagt Lorenz Boegli, Inhaber des gleichnamigen Ateliers für Siebdruck in der Schweiz. Genau darin liegt die Stärke eines spezifischen Bereichs des Siebdrucks, der von Ästhetik, Präzision und Kreativität lebt: des künstlerischen Siebdrucks, auch Serigrafie genannt.
Der Weg ist das Ziel
Zunächst eine kurze Begriffsdefinition: „Von Serigrafie sprechen wir, wenn Künstlerinnen und Künstler im Entstehungsprozess der Werke aktiv involviert waren – sei es beim Filmschnitt, beim Handsiebdruck oder bei der gemeinsamen Entwicklung der Arbeiten mit den Siebdruckerinnen und Siebdruckern“, erklärt Ina Penßler, Abteilungsleitung Kunstbüro im Serigrafie-Museum Filderstadt. In Abgrenzung zum klassischen Siebdruck wird laut Mario Winkler, Partner von Monumental Printing, ein Werk als Serigrafie bezeichnet, „sobald der hohe künstlerische Anspruch im Vordergrund steht und die Einzigartigkeit jedes Drucks betont werden soll“. Monumental Printing ist eine Kooperation zwischen Stainer Schriften & Siebdruck in Österreich, der Mario Winkler Company in der Schweiz und Hannah Solomon in den USA. Seit 2008
entwickeln und produzieren die Partner gemeinsam mit Künstlern hochwertige Siebdrucke im Großformat. Technisch unterscheidet sich die Serigrafie jedoch nur geringfügig von anderen Siebdruckprojekten, auch wenn das präzise Einstellen der Farbtöne und die Wahl des geeigneten Papiers hier eine noch größere Rolle spielen. „Die Kommunikation mit den Künstlerinnen und Künstlern – vor, während und nach der Produktion – ist hingegen der Punkt, in dem sich Serigrafie vom konventionellen Siebdruck unterscheidet. Die technische Qualität wird vorausgesetzt, doch die Umsetzungsmöglichkeiten müssen entsprechend der individuellen Vorkenntnisse und Anforderungen genau definiert werden“, erklärt Mario Winkler. Besonders reizvoll sei für ihn am künstlerischen Siebdruck die stetige Herausforderung, das Ausreizen technologischer Grenzen sowie die Dauerhaftigkeit der Werke. Ähnlich sieht es Fabian Lauer von Serigrafie Lauer: „Im Vergleich zu klassischen oder textilen Anwendungen erhält man in der Serigrafie ein hochwertiges Endprodukt nach aufwendiger Vorarbeit mit edlen Materialien und Papieren. Man lernt im Prozess ständig dazu und hat den Anspruch, eine hohe Qualität abzuliefern. Zudem beherrschen heute nur noch wenige Druckereien diese Art des Papierdrucks.“
Sina Eilers

