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High-Tech im Sieb

Bild: Thieme



Anmerkung der Redaktion: Hierbei handelt es sich lediglich um einen Auszug. Den vollständigen Beitrag finden Sie in der SIP-Ausgabe 3_2026 auf Seite 8 bis 13.


Lesedauer: circa 2 Minuten


Der Siebdruck hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Was lange als klassisches Druckverfahren für grafische Anwendungen galt, ist heute in vielen Industrien ein unverzichtbarer Bestandteil der Fertigung. Mehr noch: In bestimmten High-Tech-Anwendungen gilt der Siebdruck als alternativlos, da er dort Anforderungen erfüllt, die andere Verfahren nicht in gleicher Weise abdecken können. Diese Entwicklung wird auch von Branchenvertretern klar bestätigt und aus unterschiedlichen Perspektiven beschrieben. „Der technische Siebdruck macht einen Großteil unserer aktuellen Projekte aus“, sagt etwa Oliver Beck, Leiter Geschäftsbereich Vertrieb / Drucksysteme bei Thieme. Damit wird deutlich, wie stark sich der Schwerpunkt innerhalb der Branche verschoben hat. Auch Matthias Nesseler, International Sales Manager bei SPS Technoscreen, macht ähnliche Erfahrungen und ordnet die Bedeutung des klassischen Segments entsprechend ein: „Der klassische grafische Siebdruck trägt bei uns nur maximal etwa 20 Prozent zum Jahresumsatz bei.“ Für Sandra Wörle, Marketing-Chefin bei Grünig-Signtronic, ist die Entwicklung eindeutig nachvollziehbar: Der technische Siebdruck hat sich aus ihrer Sicht klar vom klassischen grafischen Bereich hin zu hochpräzisen industriellen Anwendungen entwickelt.


Der Weg zum Fertigungsprozess

Mit dieser Verschiebung hat sich auch die Rolle des Siebdrucks verändert. Heute geht es nicht mehr um das Druckbild, sondern um Funktion. Im Portfolio stehen weniger die grafischen Anwendungen im Vordergrund, sondern vielmehr „funktionale Drucke für anspruchsvolle Industrien wie Elektronik, Automotive oder Energie“, stellt Sandra Wörle fest. Der Prozess ist Teil der industriellen Wertschöpfung geworden. „In technischen Anwendungen hat sich der Siebdruck als robustes und äußerst vielseitiges Verfahren etabliert, insbesondere dort, wo hohe Schichtdicken, Deckkraft oder spezielle Funktionalitäten gefragt sind“, erklärt Oliver Beck. Hier liegt die wesentliche Stärke dieses Druckverfahrens: Der Siebdruck kann Materialien in definierter Dicke und Menge aufbringen, reproduzierbar und stabil. In der Praxis bedeutet das: Leiterbahnen müssen exakt leitfähig sein, Heizstrukturen auf Glas müssen gleichmäßig funktionieren, und Sensorflächen dürfen keine Toleranzen zeigen. Schon kleinste Abweichungen können dazu führen, dass ein Bauteil nicht mehr funktioniert. Der Druckprozess wird damit direkt zum funktionalen Bestandteil des Produkts und beschränkt sich nicht nur auf dessen Oberfläche. „Der technische Siebdruck stellt deutlich höhere Anforderungen an Materialien, Prozesse und Präzision“, sagt Matthias Nesseler. Der Siebdruck ist damit heute längst nicht mehr nur ein klassisches Druckverfahren, sondern ein präziser Fertigungsschritt.


Rudi Stallein


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