Anmerkung der Redaktion: Hierbei handelt es sich lediglich um einen Auszug. Den vollständigen Beitrag finden Sie in der SIP-Ausgabe 4_2026 auf Seite 40 bis 43.
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Der Textildruck befindet sich in einem grundlegenden Wandel. Während lange Zeit Farbbrillanz, Motivschärfe und Reproduzierbarkeit im Vordergrund standen, rückt nun ein anderer Faktor zunehmend in den Mittelpunkt: die Oberfläche selbst. Textilien werden nicht mehr nur gesehen, sondern bewusst gefühlt. Haptik und Veredelung entwickeln sich damit zu einem strategischen Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb um Markenwirkung sowie Kaufentscheidung. Denn: Reliefartige Drucke, Soft-Touch-Oberflächen, metallische Effekte oder funktionale Beschichtungen erweitern die gestalterischen Möglichkeiten erheblich. Gleichzeitig steigt jedoch die technische Komplexität in der Produktion, und je ausgeprägter der Effekt, desto anspruchsvoller werden die Faktoren Prozesskontrolle, Materialauswahl und Reproduzierbarkeit. Die zentrale Frage lautet daher: Wie viel Gestaltung verträgt die industrielle Fertigung – und wo liegen derzeit die Grenzen haptischer Veredelung?
Der emotionale Markenfaktor
Haptische Effekte sind längst mehr als eine dekorative Ergänzung und werden zunehmend zu einem aktiven Bestandteil der Markenkommunikation. Hugo Gmür, Technical Director Screen Printing bei Sefar (spezialisiert für Siebdruck- und Filtrationsanwendungen), sieht in multisensorischen Oberflächen einen entscheidenden Differenzierungsfaktor: „Textilien müssen heute mehr leisten, als gut auszusehen. Marken wollen erkennbar sein – im Regal gleichermaßen wie in der Hand.“ Gerade im Premiumsegment entscheidet die Oberflächenwirkung häufig darüber, ob ein Produkt als hochwertig
oder austauschbar wahrgenommen wird. Haptik wird damit zu einem stillen, aber wirkungsvollen Markeninstrument. Das bestätigt auch Sharon Donovich, Marketing Director beim israelischen Hersteller von Digitaldruckmaschinen für Textilien, Kornit Digital: Besonders in Mode und Sportbekleidung tragen ihrer Ansicht nach taktile Veredelungen und strukturierte Oberflächen dazu bei, eine stärkere visuelle Identität zu schaffen und den wahrgenommenen Produktwert gleichzeitig zu erhöhen. Die visuellen Möglichkeiten in Verbindung mit der Haptik sind dabei fast grenzenlos, wie Berthold Rademacher äußert. „Wir haben mit unseren Maschinen die Darstellung reliefartiger Drucke auf Textil getestet und sind über die Möglichkeiten begeistert“, ergänzt der Geschäftsführer, X-tec Systems, Anbieter von DTF-Lösungen.
Regina Pawlowski