Anmerkung der Redaktion: Hierbei handelt es sich lediglich um einen Auszug. Den vollständigen Beitrag finden Sie in der SIP-Ausgabe 5_2026 auf Seite 6 bis 11.
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Die Kreislaufwirtschaft verändert den Siebdruck grundlegend. Im Fokus stehen längst nicht mehr nur recyclingfähige Endprodukte, sondern der gesamte Produktionsprozess – von der Formulierung der Farben und Chemikalien bis hin zur Auswahl langlebiger Gewebe. Hersteller arbeiten zunehmend daran, Ressourcen effizienter einzusetzen, Abfälle zu vermeiden und Produktionsprozesse nachhaltiger zu gestalten. Branchenexperten zeigen auf, an welchen Stellschrauben der Siebdruck derzeit arbeitet.
Ressourceneffizienz beginnt bei Rezeptur
Die Entwicklung moderner Siebdruckfarben orientiert sich zunehmend an den Anforderungen einer Kreislaufwirtschaft – und das beginnt bereits bei der Entwicklung neuer Farbsysteme. Stefan Zäh, Managing Marketing Director bei Pröll Services: „Bei der Rohstoffauswahl versuchen wir, zunehmend auf biobasierte und nachwachsende Rohstoffe zu setzen – etwa Bindemittel auf pflanzlicher Basis oder Harze mit reduziertem fossilem Anteil. Wir reduzieren schrittweise den Einsatz von Lösemitteln und setzen verstärkt auf wasserbasierte oder lösemittelärmere Farbsysteme.“
Dennoch sieht das Unternehmen Herausforderungen. Die Auswahl an biobasierte „nachhaltigen“ Rohstoffen ist nach Angaben von Stefan Zäh noch relativ gering, sodass es für manche Entwicklungsziele gar keine passenden Alternativen gibt. Das bestätigt auch Andres Cordero, Technical Director bei Printcolor: „Die hohen Anforderungen an Farbperformance, Beständigkeit und Produktsicherheit, die teilweise nur mit Einschränkungen mit alternativen Rohstoffen erreicht werden können, stellen die Branche ebenfalls vor eine Herausforderung.“
Produktionsverluste geringhalten
Bei Printcolor setzt man darüber hinaus auf optimierte Fertigungsprozesse und bedarfsgerechte Chargengrößen, um Produktionsverluste möglichst gering zu halten. Die dennoch anfallenden Produktionsabfälle werden gemeinsam mit spezialisierten Partnern der Kreislaufwirtschaft stofflich verwertet oder auch wiederaufbereitet.
Ein großes Potenzial zur Abfallvermeidung sieht das Unternehmen direkt beim Farbverbrauch. Gerade bei Zweikomponenten-Farbsystemen sei eine Wiederverwendung von Restmengen nur eingeschränkt möglich. Umso wichtiger ist eine möglichst präzise Ermittlung des tatsächlichen Bedarfs. Nach Angaben von Jan Scheppeit, Sales Manager bei Printcolor, unterstützt das Unternehmen daher seine Kunden intensiv bei der Berechnung benötigter Farbmengen. Mithilfe des Farbrezeptur-Tools easymemo etwa lassen sich Farbansätze exakt kalkulieren und Übermengen vermeiden. „Unser primäres Ziel in der technischen Kundenberatung ist es, Abfall bereits in der Produktion zu vermeiden, indem Farbverbräuche möglichst exakt ermittelt werden“, äußert sich Jan Scheppeit.
Regina Pawlowski

