Bild: Born Germany
Anmerkung der Redaktion: Hierbei handelt es sich lediglich um einen Auszug. Den vollständigen Beitrag finden Sie in der SIP-Ausgabe 2_2026 auf Seite 40 bis 45.
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Smarte Textilien stehen längst im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung. Ein in Regenbogenfarben leuchtendes Kleid sorgte einst auf dem Laufsteg für Ahs und Ohs, und auch eine Ministerpräsidentin setzte bei einem Empfang mit einem schwarzen Tüllkleid mit Leucht-Effekt diesen Forschungsbereich in ein spektakuläres Licht. Doch im normalen Straßenbild sind smarte Kleidungsstücke eher die Ausnahme. Nur langsam kommt Bewegung in den Markt. Die Entwicklung der „Smart Textiles“ oder Wearables steckt längst nicht mehr in den Kinderschuhen.
Beheizbare Westen gibt es beispielsweise für unter 150 Euro. Über was die Branche spricht, wo es hakt, warum sich die großen Brands (noch) zurückhalten und welche Lösungsansätze ausgelotet werden, darüber sprachen wir mit Experten aus Forschung und Wirtschaft.
Nachfrage und Vertrauen
Laut OE-A-Geschäftsführer Klaus Hecker sind die Aussichten vielversprechend: „Die Branche ist trotz Unsicherheiten klar auf Wachstumskurs: Unternehmen investieren gezielt in Technologie, Kapazitäten und neue Talente.“ Das sei ein deutliches Zeichen für starke Nachfrage und Vertrauen in die Zukunft gedruckter Elektronik. Doch was bedeutet das für den Markt der smarten Textilien? Für Joachim Rees, Geschäftsführer von Multi- Plot Europe, haben sich smarte Textilien in den letzten fünf Jahren spürbar weiterentwickelt. Sie seien zuverlässiger, angenehmer zu tragen und technisch ausgereifter als früher. Viele Produkte befänden sich allerdings noch in der Erprobung oder in kleinen Serien, nicht im Massenmarkt.
Auch Michael Schneider, Geschäftsführer von Born (Technische Gestricke), beurteilt die Marktentwicklung positiv: „Es gibt deutlich mehr Integrationstiefe: also weg von ‚Elektronik auf Textil drauf‘, hin zu leitfähigen Garnen, textilen Sensoren, Verkapselung und Systemintegration bezüglich Robustheit, Waschbarkeit und Contacting.“ Energie im Textil sei vom reinen Forschungsprojekt in Richtung anwendungsnaher Konzepte gerückt. Supercaps (Anm. d. Red.: Können große Mengen Energie schnell speichern und abgeben) oder Batterie-Textilien seien beispielsweise Enabler für echte Produkte. Wirtschaftlich bedeutet das, dass der Markt in vielen Segmenten gewachsen ist. „Aber von einer noch relativ kleinen Basis aus und insgesamt eher heterogen. Die Anwendungsfelder sind sehr unterschiedlich – Medizin, Sport, Workwear, Militär oder Fashion –, und jedes Segment hat dabei eigene Anforderungen, Preisstrukturen und Entwicklungszyklen“, sagt Alice Kasjanow, Ingenieurin für Mikro- und Nanotechnologie beim IVAM (Fachverband für Mikrotechnik).
Bettina Sewald

